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Klabautermann
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Windows 7, Ubuntu
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BeitragVerfasst: Fr 21.06.02 15:37 
Der Datenbankmarkt ist groß und besonders Neueinsteigern fällt es schwer, zu entscheiden, welche Datenbank sie benutzen sollen. Daher möchte ich alle erfahreneren Datenbankprogrammierer auffordern, hier ihre Lieblings-Datenbank(en) vorzustellen. Damit wir eine ausführliche Liste haben, wenn die Frage mal wieder auftritt.

Hierbei sollten Vor- sowie Nachteile aufgeführt werden und auch sonstige Hinweise für den Neueinsteiger nicht fehlen.
Der Übersichtlichkeit halber sollte eine saubere Trennung vorgenommen werden, wenn ein Autor mehrere Datenbanken vorstellt.


Zuletzt bearbeitet von Klabautermann am Fr 21.06.02 16:31, insgesamt 1-mal bearbeitet
Arakis
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BeitragVerfasst: Fr 21.06.02 16:15 
Hi,
also ich empfehle da MySQL.
Vorteile:
- Für Linux als auch für Windows erhältlich
- OpenSource-Projekt
- Schnell(Jedenfalls schneller als Access :mrgreen:)
- Ist nicht von Microsoft :twisted:
- Braucht wenig Ressourcen(Im Gegensatz zu Oracle oder MS-SQL-Server)

Nachteile:
- Ist nicht so bequem zu konfigurieren(aber dafür gibt es ja PHPmyAdmin :wink: )
- Tabellen lassen sich nicht verknüfen

Zu finden unter www.mysql.org

Bis dann
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Klabautermann Threadstarter
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Windows 7, Ubuntu
Delphi 7 Prof.
BeitragVerfasst: Fr 21.06.02 16:19 
Titel: Advantage Datrabase
Advantage Database:

Hierbei handelt es sich um eine kleine leicht zu administrierende Datenbank. Im jahrelangem Praxiseinsatz hat sie sich als sehr robust und leistungsstark erwiesen. Dies gilt insbesondere beim Einsatz in Netzwerken. Auch der Preis ist angemessen.
Bei diesem Datenbanksystem wird zwischen drei Servermodellen unterschieden werden:


    - Local Server: Dieser läuft lokal auf jedem Client. Um Datenintegrität zu gewähren, sprechen sich die Einzelnen Clients im Netzwerk untereinander ab. Dieses Server Modell ist langsamer als seine großen Brüder, da halt mehrere Programme auf den selben Daten "rumrühren". Er erlaubt bis zu 5 Clients gleichzeitig und ist kostenlos.
    - Remote Server: Hierbei handelt es sich um einen echten Server. Es läuft also nur einer im Netzwerk. Dies erlaubt sichereren und schnelleren Zugriff auf die Daten. Dieser Server ist kostenpflichtig.
    - Internet Server: Der Internetserver ist eine erweiterte Version des Remote Servers. Er wurde um einige Möglichkeiten speziell zur Nutzung über das Internet erweitert. In zukünftigen Versionen soll diese Funktionalität in den Remote Server einfließen und der Internetserver als eigenständiges Produkt eingestellt werden. Auch dieser Server ist kostenpflichtig.


Vorteile:

    - Leicht zu installieren.
    - Administrativer Aufwand geht gegen null.
    - Hohe Datensicherheit.
    - Für kleine Projekte kostenlos.
    - Für Delphi sind auf tDataset basierende Komponenten enthalten.
    - Auch für Kylix erhältlich
    - ADO & ODBC Treiber erhältlich.
    - Benötigt keine BDE.
    - Unterstütz Stored Procedures, Cascadierende Tabellenabhängigkeiten usw.
    - Hervorragender Support.


Nachteile:

    - Kostenpflichtig bei größeren Projekten.
    - Filebasierte Datenbank.
    - Nicht alle Funktionen von tTable werden unterstützt.


Für Anfänger:
Besonders die vorhandenen tDataset Komponenten erleichtern den Delphianern die Arbeit und das Einarbeiten. Das bedeutet nämlich, dass Alternativen zu tTable und tQuery geboten werden die größtenteils genau so funktionieren wie diese. Deshalb können vorhandenen Bücher und Tutorials zur Datenbankprogrammierung mit Delphi genutzt werden. Die kleinen Unterschiede werden erst interessant, wenn man tief in der Materie steckt und somit auch mit diesen umgehen kann. Neben nicht unterstützten Funktionen bietet tADSTable aber auch einige Erweiterungen zu tTable.

Sonstiges:
Durch die Ähnlichkeit zu tTable können bestehende (z.B.) Paradox-Projekte leicht auf das Advantage System umgestellt werden. Genau aus diesem Grund bin ich ursprünglich auf Advantage gekommen. Ein Paradox-Projekt war derartig mit dem Betrieb im Netzwerk (bei nur 4 Usern) überfordert, dass es zu ständigem Datenverlust kam. Nach der Umstellung auf Advantage gab es nie mehr Probleme (auch nicht in größeren Netzwerken).

Bezug:
Das Programm kann nach dem Ausfüllen eines Formulars bei [url=www.advantagedatabase.de]Extended Systems[/url] bezogen werden. Wichtig für den Delphi Entwickler sind die Pakete tDataset und ARC32 (Advantage Data Architekt. Die bessere Datenbankoberfläche für Advantage Tabellen).


Zuletzt bearbeitet von Klabautermann am Mi 17.09.03 22:47, insgesamt 1-mal bearbeitet
Pit
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BeitragVerfasst: Fr 21.06.02 20:02 
Titel: Re: Advantage Database Server
Klabautermann hat folgendes geschrieben:
Advantage Database:
Im Jahrelangem Praxiseinsatz hat sie sich als sehr robust und leistungsstark erwiesen. Dies gild insbesondere beim einsatz in Netwerken.

Bei Netzwerken muß man zwischen dem Advantage Local Server (ALS)und dem Advantage Database Server (ADS) und unterscheiden. Der ALS besitzt die allgemeinen Nachteile eines dateibasierenden Systems, bezüglich Robustheit bedeutet dies, daß Netzwerkstörungen oder Abstürze einzelner Clients zu Störungen führen können. Die Häufigkeit von daraus resultierenden Problemen ist jedoch erheblich geringer, als bei Paradox, d.h. auch der ALS ist wesentlich robuster.

Zitat:
- Local Server: ... Er erlaubt bis zu 5 Clients gleichzeitig und ist Kostenlos.

Die Begrenzung auf 5 User ist künstlich und eine "Argumentationshilfe". Wenn die ALS-DLL ersetzt wird, kann mit unbegrenzt vielen Usern gearbeitet werden. Davon ist allerdings abzuraten, da sich mit zunehmender Anzahl der User auch die Nachteile stärker bemerkbar machen.

Zitat:
- Internet Server: ... In zukünftigen Versionen soll diese Funktionalität in den Remote Server einfließen und der Internetserver als eigenständiges Produkt eingestellt werden.

Das ist in der aktuellen Version 6.11 bereits der Fall.

Vorteile:
Zitat:
- Hervorragender Support.

Das möchte ich ganz dick unterstreichen. :D

    - Bei Projekten, die sowohl als Desktop- und Netzwerkversion angeboten werden, müssen keine zwei Implementierungen erstellt werden, um beiden Systemen optimale Bedingungen zu gewährleisten, die Anwendung kann ohne Änderung sowohl lokal, über den Server oder über die Internetanbindung auf die Datenbank zugreifen.
    - Die Advantage Optimized Filters (AOF) bieten einen schnellen Zugriff auf gewünschte Teile des Datenbestandes, da ein intelligentes Managment mittels aller zur Verfügung stehenden Indizies die zu filternde Datenmenge vorher auf ein Minimum reduziert.
    - dBase-Dateien (CDX, IDX, NTX) können bei Wunsch als Datenbank verwendet werden (ich würde auf jeden Fall ADT vorziehen)


Nachteile:
Zitat:
- Kostenpflichtig bei größeren Projekten.

Kostenpflichtig ist die die Client/Server-Variante, das hat nichts mit der Größe des Projektes zu tun.

Zitat:
- Filebasierte Datenbank.

Ich bin nicht ganz sicher, was damit gemeint ist. ISAM ist die Grundlage der meisten Datenbanken, irgendwie muß der Server einer Client/Server-Datenbank ja die Daten speichern.

Falls gemeint ist, daß es sich um einzelne Tabellen in einem Verzeichnis handelt, seit der Version 6 gibt es das Data Dictionary, welches die Tabellen zu einer Datenbank zusammenfaßt und damit auch weitere Features, wie Referenzintegrität ermöglicht. Allerdings ist die Datenbank nach wie vor physisch auf mehrere Dateien aufgeteilt.

Zitat:
- Nicht alle funktionen von tTable werden unterstützt.

So weit ich das überblicke hauptsächlich die Features, die sich mit dem Rückgängigmachen von einzelnen oder komplexeren Änderungen befassen. Dafür stehen, allerdings nur beim ADS, andere Methoden zur Verfügung.

Ansonsten verbleiben da AIFAK nur noch RenameTable und BatchMove.


Zitat:
Durch die Ähnlichkeit zu tTable können bestehende (z.B.) Paradox Projekte leicht auf das Advantage System umgestellt werden.

Der Aufwand für vernünftig programmierte, bezüglich Datenbankarbeit kleinere bis mittlere Projekte liegt im Bereich von 2 Stunden bis 1 Tag.


Zitat:
Nach der Umstellung auf Advantage gab es nie mehr Probleme (auch nicht in größeren Netzwerken).

Das kann ich nur für den ADS bestätigen, beim ALS gab es schon Probleme. Diese ließen sich jedoch in fast allen Fällen mit einem leicht zu implementierenden ReIndex wieder beheben. Nur in einem Fall mußte ich nach einem Stromausfall in einem Netzwerk eine Tabelle manuell reparieren (mit dem Hexeditor angehängten Datenmüll entfernen AdtFix ausführen und fertig war).


Ein Hinweis, weil er viel Ärger ersparen kann. In sämtlichen! adslocal.cfg muß der gleiche Wert für ANSI_CHAR_SET und am besten auch für OEM_CHAR_SET eingetragen sein. Und es sollte dort unbedingt ein Wert eingetragen sein (in D: GERMAN), da die diversen MS-Betriebssystem-Versionen unterschiedlicher Auffassung über die Sortierreihenfolge sind. Wird dies nicht beachtet, sind Indexfehler die Folge, eine Datenbank kann dann nicht zwischen Clients mit verschiedenen OS-Versionen betrieben werden.

Hier gibt es ein Tool (250 kB), mit dem sich adslocal.cfg-Dateien (bei freigegebenen Laufwerken auch im Netzwerk) suchen und entweder einzeln bearbeiten oder auf einen gemeinsamen Stand bringen lassen.

MfG Pit.
Klabautermann Threadstarter
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BeitragVerfasst: Sa 22.06.02 15:10 
Titel: Re: Advantage Database Server
Pit hat folgendes geschrieben:

Kostenpflichtig ist die die Client/Server-Variante, das hat nichts mit der Größe des Projektes zu tun.


Da habe ich mich ein wenig unglücklich ausgedrückt :oops: . Ich bezog die "Größe" auf die Anzahl der Arbeitsplätze im Netzwerk. Das kommt davon, wenn man nicht zu ausschweifend werden will. Auf jeden Fall besteht in der Regel kein Grund den Remote Server zu verwenden wenn man weniger als 6 Clients hat. Es erscheint mir aber empfehlenswert, diesen zu verwenden, wenn es mehr werden. Die Gründe dafür hast du ja aufgezählt. Die 5 User Grenze halte ich für gut gewählt.
Pit hat folgendes geschrieben:

Zitat:
- Filebasierte Datenbank.

Ich bin nicht ganz sicher, was damit gemeint ist. [...]
Falls gemeint ist, daß es sich um einzelne Tabellen in einem Verzeichnis handelt, [...]
Allerdings ist die Datenbank nach wie vor physisch auf mehrere Dateien aufgeteilt.

Ja es geht um die einzelnen Tabellen in einem Verzeichnis. Dieses ist (zumindest unter Windows) ein Performance Hindernis. Das ist der Grund daführ, das der Advantage Server unter Novel, trotz, größtenteils identischem Code, performanter ist. Novel kann einfach schneller mit den Dateien jonglieren. Dies soll aber auf keinen Fall bedeuten, dass das Advantage System langsam ist.

Ansonsten kann ich deinen Äußerungen nur zustimmen.

Gruß
Klabautermann
Klabautermann Threadstarter
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BeitragVerfasst: Sa 22.06.02 15:15 
Hallo Arakis,

Arakis hat folgendes geschrieben:
Hi,
also ich empfehle da MySQL.


kannst du bitte noch etwas zur Ansteuerung aus Delphi sagen? Wie greift man auf eine MySQL Datenbank zu und gibt es Besonderheiten im SQL Dialekt (ich habe noch nie damit gearbeitet)?

Danke
Klabautermann
Arakis
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BeitragVerfasst: Sa 22.06.02 17:05 
Also ich selbst habe mit Delphi eigentlich noch nicht so mit Datenbanken gearbeitet, wenn dann hab ich immer die Visuellen Komonenten von der BDE gennommen(zusammenklicken :mrgreen:). Jedenfalls stellst du in den Datasources einfach den ODBC-Datenbanknamen ein. Dazu musst du aber erst mal den MySQL-ODBC-Treiber installieren:
mysql.de/downloads/api-myodbc.html
Ich denke mal, dass du dann da auch irgendwie SQL-Befehle senden kannst.
Ach ja: Einen ODBC-Namen dann unter Windows einstellen :wink:
Unter anderem: gerade habe ich mir ein Programm geschrieben, mit dessen Hilfe ich die MySQL-Datenbank meiner Webseite bequemer editieren kann.

Bis dann
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Torsten
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BeitragVerfasst: So 23.06.02 01:20 
Moinsen!

Bis vor ein paar Monaten habe ich unter Windows auch nur mit der BDE/Paradox gearbeitet.
Doch Borland stellt nun den Support und die Weiterentwicklung der BDE ein. Und das finde ich auch gut so.

Daher bin ich komplett zu Interbase umgestiegen. Ich hatte auch zuvor schon damit gearbeitet und eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht.
Die Ansteuerung von Interbase via Delphi ist hervorragend. Komponenten gibt es in Hülle und Fülle. Die Einarbeitung fällt leicht.

ADS habe ich ebenfalls schon getestet und ebenso gute Erfahrungen mit gemacht. Spricht also auch nichts gegen.

Von MySQL in Verbindung mit Delphi bin ich eher weniger begeistert.

Jedoch sollte man auch beachten, für welchen Einsatz man die DB benötigt. Handelt es sich um einfache Desktop-DB's, so ist die BDE/Paradox noch immer eine gute Wahl.

Grüße

Torsten
Lemmy
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BeitragVerfasst: Mo 24.06.02 09:15 
Hi,

ich arbeite seit 2 Jahren mit Interbase OpenSource, privat wie beruflich. Diese DB verwende ich z.Zt. für alles was ich im Bereich DB mache, selbst wenn es eine kleine Desktop-Anwendung ist, denn

Interbase ist leichter zu installieren und zu deinstallieren als die BDE
Sehr geringer Ressourcen-Verbrauch
Schnell und leistungsfähig

Nachteil:
IB ist eine Client/Server Lösung, d.h. teilweise ist eine kompliziertere Programmierung notwendig.

Das Problem bei der Sache ist, dass die Interbase OpenSource von Borland eingestellt worden ist, d.h. es findet keine Weiterentwicklung statt, maximal werden Bugs behoben.

Firebird ist ein völlig eigenständig geführtes OpenSource Projekt das sehr gut läuft. Im Frühjahr ist die erste Version rausgekommen, die stabiler und schneller als IB OpenSource 6.0.x ist, aus der das Projekt ja entstanden ist. Die Version 2 befindet sich in Entwicklung.
Das einzige Problem an der Sache sind die Zugriffskomponenten. Zur Zeit sind IB und FB binärkompatibel, d.h. Datenbanken können problemlos ausgetauscht werden. Das wird sich aber schnell ändern, da Borland seine Weiterentwicklung von IB sicherlich nicht offen legen wird. Jeff Overcash (Entwickler der IBX) hat angekündigt, dass IBX den FB-Server NICHT unterstützen wird, die FB-Community hat aber bisher keine Pläne Zugriffskompos zu erstellen. Somit bleiben nur noch kommerzielle Komponenten: FIBPlus und IBObjects. Bei den IBObjects kann man aber Freeware-Projekte erstellen (diese soll man aber anmelden). Für Shareware,... wird man über den Kauf der Komponenten nicht hinwegkommen.

Grüße
Lemmy

Hier die ganzen Links:

Firebird: www.firebirdsql.org/
Interbase OpenSource: mers.com/ (aktuelles Build)
IBObjects: www.ibobjects.com/
FIBPlus: www.fibplus.net/
Phoenix
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Vista
RAD Studio 2007 Prof. / VS '08
BeitragVerfasst: Do 27.06.02 01:00 
Was die Kommerziellen Datenbanken angeht, kann ich als
Hauptberuflicher Softwareentwickler eigentlich nur sagen, das die Ansteuerung über die BDE bei MS SQL Server 7 und 2000 bzw. grösser und die Ansteuerung von Oracle ab Version 7 aufwärts sich gegenüber nicht viel schenkt.

Was die Ausführungsgeschwindigkeit angeht, hat MS SQL Server - besonders zu nennen die Microsoft SQL Server Desktop Engine (MSDE) als Kostenloses bzw. in Microsoft Office integriertes Produkt - leicht die Nase vorne.

Oracle ist nur bei wirklich grossen Datenmengen (> 1.000.000 Datensätze) zu empfehlen und auch dann nur leicht performanter als MS SQL.

Generell ist im grossen kommerziellen Bereich also eher MS SQL vorzuziehen als Oracle, wobei eine Performancemessung auf beiden System mit den gleichen Abfragen auf den gleichen Datenbeständen mit für die jeweilige DB optimierten Indices immer den Ausschlag geben sollte.


In diesem Sinne,

Sebastian

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Sebastian P.R. Gingter
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BeitragVerfasst: Do 27.06.02 08:48 
Beruflich arbeiten wir überwiegend mit Oracle 8.

Allerdings steuern wir grundsätzlich die Datanbank nicht über die BDE an, sondern über die ODAC/Net-Komponenten.
Diese ermöglichen nicht nur den Zugriff ohne BDE und sonstige externe Module, sondern sie kommen auch ohne Oracle-Client auf dem Rechner aus. Lediglich IP-Adresse, Port und Name der Datenbank müssen eingetragen werden. Das Programm vergrößert sich gegenüber einer BDE-Anwendung um ca. 200 kB, dafür läuft es in fast jeder Umgebung.
Dies ist bei unseren Kunden sehr wichtig, da auf deren Rechnern zum Teil Anwendungen laufen, welche bei der Neu-, bzw. Update-Installation die TNSNames.ora überschreiben :cry:
Da die ODAC/Net-Kompos ohne TNS auskommen, macht das nichts mehr.

Als registrierter Entwickler kann man sich im Übrigen Oracle mit fast allen Tools als CD-Images von [url=www.oracle.com]Oracle[/url] kostenlos runterladen. Selbstverständlich darf man diese Versionen keinesfalls, auch nicht kostenlos, an seine Kunden weitergeben.
Man muss lediglich die Lizenzbestimmungen akzeptieren (kein Bürger eines "Schurkenstaates" sein, Oracle nicht zur Entwicklung von Atomwaffen verwenden :roll: usw.) und einen schnellen Internetzugang haben.

:idea:

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Alfons Grünewald
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Vista
RAD Studio 2007 Prof. / VS '08
BeitragVerfasst: Do 27.06.02 10:12 
Oh? Klasse :D

Gibts das direkt bei Oracle? Würde mich doch glatt interessieren,
daheim arbeite ich nämlich normalerweise mit MSDE, aber so eine
kleine ORA dürfte auch ganz interessant sein. :)

Viele Grüße,

Sebastian

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Sebastian P.R. Gingter
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BeitragVerfasst: Do 27.06.02 11:23 
:idea:
Du gehst auf der Oracle-Homepage auf Downloads, dann kannst Du Dir aussuchen, was Du brauchst:
Oracle 8i, 9i, Application Server, (fast) alle Tools

Du musst Dich zuerst registrieren, dann wird die Downloadseite freigeschaltet.

Aber aufpassen!
Die Lizenzbestimmungen besagen eindeutig, die runtergeladene Software darf nur zu Entwicklungszwecken verwendet werden, nicht für andere Dienstleitungen, für welche Du Geld bekommst.
Du benötigst (außer für Personal Oracle) Windoof NT, 2k oder XP Prof. Das meiste gibt es auch für Linux.
Die Downloads umfassen von wenigen MB bis zu 2 GB, also ohne DSL hoffnungslos.

Kleiner Tipp: Oracle 8i und 9i installieren ungefragt und ohne dies bei der Installation am Bildschirm anzuzeigen, einen Apache-Webserver und aktivieren ihn auch sofort.

:)

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Alfons Grünewald
Steffer
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BeitragVerfasst: Mi 10.07.02 18:06 
@Klabautermann
Wenn du mit mySQL arbeiten willst, dann verwenden dir ZEOS und kein ODBC. Du wirst ganz schnell merken warum. Hier mal ein Link dazu www.faqsen.de/find.j...494850495548485157;2

Wenn jemand privat, ein bischen wurstelt, kann er dieses imho gut mit Paradox, Interbase und mySQL erledigen.
Das ganze hängt aber von den Datenmengen ab.

Wird die Sache beruflich eingesetzt, gehen kleinere Mengen auch per Paradox. Interbase, mySQL kosten jetzt Geld.

Die absolute Granate bei riesen Mengen ist aber Oracle.

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Pit
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BeitragVerfasst: Mi 10.07.02 19:52 
Steffer hat folgendes geschrieben:
Wenn du mit mySQL arbeiten willst, dann verwenden dir ZEOS und kein ODBC. Du wirst ganz schnell merken warum.

Wenn ich mir das hier so ansehe, wäre ich mir da nicht ganz so sicher.

Ein weiterer wesentlicher Nachteil der Zeos Library ist die verwendete Lizenz.

Aus der Readme der aktuellen Version (beta 5.3.0 build 5): 'Zeos Database Objects is distributed as freeware product with GPL licence.'

Die GPL bedeutet, das eine Anwendung, die diese Bibliothek benutzt ebenfalls der GPL unterstehen muß. Und das bedeutet im Klartext, daß der Quelltext mit der Anwendung ausgeliefert werden muß und das keine anderen nicht GPL-Bibliotheken benutzt werden dürfen.

Auf der anderen Seite scheinen die Zeos-Programmierer sich selbst nicht so ganz über die Lizensierung im klaren zu sein, auf der Sourceforge-Seite findet sich die Aussage: 'License: GNU Library or Lesser General Public License (LGPL)'. Das wiederum würde die Lage entschärfen, da die LGPL diesbezüglich weniger restriktiv ist. Eine kommerzielle Entwicklung ist aber auch damit nicht möglich.


Es gibt noch andere Zugriffsmöglichkeiten auf mySQL. Wohl mehr für nonVCL und andere Puristen über die Headertranslation der zeoslib.h, für Delphi5-Standard/Delphi6-Personal-Entwickler TMySQL und ganz sicher nur für den Profi MySQLDAC.

Zitat:
Hier mal ein Link dazu www.faqsen.de/find.j...494850495548485157;2

Es wirkt etwas befremdlich, wenn jemand in einer FAQ einen Link auf eine andere FAQ setzt, die dann ihrerseit auch nur einen Link enthält. :roll:

Zitat:
Interbase, mySQL kosten jetzt Geld.

Das stimmt so nicht. Die OpenSource-Version von Interbase wird nicht mehr weiterentwickelt, sie ist jedoch im aktuellen Zustand weiterhin verfügbar. Und mySQL unterliegt der GPL, Geld kostet nur eine nonGPL-Lizenz. Das ist nach meinem Verständnis nur für Webanbieter interessant.

MfG Pit.
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BeitragVerfasst: Do 11.07.02 00:11 
Hallo,

ich habe selbst noch nicht mit MySQL gearbeitet (und das, zumindest im nächsten halben Jahr auch nicht vor) aber beim Stöbern durch das eine oder andere Forum treffe ich immer wieder auf 2 Aussagen zu MySQL:

1. Die Menge der unterstützen SQL Befehle sei sehr gering.
2. MySQL sei außergewönlich langsam.

Hat hierzu jemand Erfahrungen gesammelt?

Neugierig Klabautermann
Arakis
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BeitragVerfasst: Do 11.07.02 07:41 
Ähm, da kann ich absolut nicht zustimmen! Die Menge an MySQL-Befehlen ist ERNORM(!), aber halt nicht die gleiche Syntax wie bei Microsoft SQL und Access. Zum Vergleich der Geschwindigkeit: MySQL ist ca. 15 mal schneller als eine Access-Datenbank. Da solltest du dich wirklich noch ein wenig mehr erkundigen, es lohn sich bestimmt :wink: . Oder meinst du MySQL hätte sich sonst so gut durchgesetzt? :roll:

Bis dann
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Steffer
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BeitragVerfasst: Do 11.07.02 09:07 
@PIT
Also eine deutsche Beschreibung der mySQL - Lizenz Handhabung findest du hier:www.mysql.de/support/arrangements.html

Über die Handhabung der GPL und LGPL streiten sich ja noch ein bischen die Götter. Es geht dabei auch um die Handhabung in Deutschland.
GPL regelt, dass du den Source nicht kommerziel unter deinem Namen weitergeben darfst, sondern alle Änderungen dokumentieren must. Die Handhabung in kommerziellen Programmen wird im Gegensatz zur LGPL dabei im Grunde nach deutschem Recht gar nicht geregelt.
Wenn du dazu aber mehr Infos hast, würde mich das schon interessieren.

Mit Interbase hatte ich bis jetzt weniger zu tun. Imho war die Sache bis zu 5 Clients frei.

@Klabautermann
Sich mit mySQL zu beschäftigen lohnt sich. Die 2 Aussagen halte ich für Unsinn.

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BeitragVerfasst: Do 11.07.02 09:43 
Hi,

Arakis hat folgendes geschrieben:
Ähm, da kann ich absolut nicht zustimmen! Die Menge an MySQL-Befehlen ist ERNORM(!), aber halt nicht die gleiche Syntax wie bei Microsoft SQL und Access.

das ist mir relativ egal, solange sie größtenteil "Standardkonform" ist, das trifft bei Open-Source Projekten ja meist zu.


Arakis hat folgendes geschrieben:
Zum Vergleich der Geschwindigkeit: MySQL ist ca. 15 mal schneller als eine Access-Datenbank.

Access ist kein Vergleich. Schließlich will MySQL ja eine richtige Client/Server Datenbank sein, diesen Anspruch erhebt Access (hoffentlich) nicht. Wie sieht es im vergleich zu M$-SQL oder Oracle aus?


Arakis hat folgendes geschrieben:
Da solltest du dich wirklich noch ein wenig mehr erkundigen, es lohn sich bestimmt :wink: . Oder meinst du MySQL hätte sich sonst so gut durchgesetzt? :roll:

Naja, früher oder später wird das sicherlich mal auf dem Programm stehen. Aber nicht in nächster Zeit.
Das mit dem Durchsetzen habe ich mir mit dem Preis und der Sympatie die ein Open-Source Projekt ind er UNIX Welt besitzt erklärt.

Auf jeden Fall hast du mir wieder Hoffnungen gemacht. Aber wieso kann diesem Jungen keiner helfen? Oder taugen seine Komponenten bzw. der ADO-Teiber nicht?

Gruß
Klabautermann
Pit
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BeitragVerfasst: Do 11.07.02 12:43 
Steffer hat folgendes geschrieben:
Also eine deutsche Beschreibung der mySQL - Lizenz Handhabung findest du hier:www.mysql.de/support/arrangements.html

Da steht letztlich genau das, was ich geschrieben habe.

Zitat:
Über die Handhabung der GPL und LGPL streiten sich ja noch ein bischen die Götter.

Nicht, daß ich wüßte.

Zitat:
Es geht dabei auch um die Handhabung in Deutschland.

Und warum sollte das dort anders sein?

Zitat:
GPL regelt, dass du den Source nicht kommerziel unter deinem Namen weitergeben darfst, sondern alle Änderungen dokumentieren must. Die Handhabung in kommerziellen Programmen wird im Gegensatz zur LGPL dabei im Grunde nach deutschem Recht gar nicht geregelt.

Wie kommst du darauf?

Oder meinst du, daß die GPL nicht Deutschem Recht entspricht. Falls du dazu nähere Aussagen hast, wäre das sicher interessant. Kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen.

Zitat:
Mit Interbase hatte ich bis jetzt weniger zu tun. Imho war die Sache bis zu 5 Clients frei.

Kurz nach dem offenlegen des Quelltextes hat sich Borland entschlossen, doch eine kommerzielle Version weiterzuentwickeln. Das Mediakit kostet 52.20 EUR, der Server kostet 207.64 EUR, ein weiterer User kostet 156.60 EUR, 10 User kosten 1251.64 EUR, 20 User kosten 2192.40 EUR und der unlimitierte Zugriff kostet 2608.84 EUR.


Die OpenSource Version untersteht der MPL.

Die Open-Source Projekt Firebird unterliegt ebenfalls der MPL.

Die OpenSource Version wird wohl nicht mehr weiterentwickelt und Firebird wird irgendwann nicht mehr kompatibel zur kommerziellen Interbaseversion sein. Außerdem gibt es bereits die Erklärung, daß Borland Firebird nicht unterstützen wird, was dann auch die Zugriffskomponenten betrifft.

MfG Pit.