| Autor |
Beitrag |
theevilworm
      
Beiträge: 61
|
Verfasst: Mi 20.01.10 16:55
Hallo zusammen,
ich gehe in die 10te Klasse auf einem Gymnasium, und das Halbjahr ist nächste Woche vorbei. Ich hatte am Anfang des zehnten Schuljahres die Möglichkeit, Informatik STATT oder ZUSÄTZLICH zu einer Naturwissenschaft zu wählen, ich habe mich erstmal für die zusätzliche Variante entschieden, weil ich erst einmal schauen wollte, was mich bei Informatik erwartet.
Ich hatte keinerlei Vorwissen, bis auf übermäßigen Internet und PC-Gebrauch, von dem ich ein bisschen Grundlegendes (was sind Variablen? usw) mitgebracht habe.
Jetzt hatte ich ein halbes Jahr lang (also circa 15 Doppelstunden) Informatik bei dem besten unser drei Informatiklehrer, und kann sagen, dass es mir sehr viel Spaß macht und im Moment auch noch sehr flüssig und einfach für mich ist. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass der Rest der Klasse vieles oft mehrmals erklärt haben muss und wir somit bei manchen Sachen hängen bleiben.
Wir arbeiten in der Schule mit Delphi 7. Ich habe mich auch schon aus Interesse ein wenig privat mit Delphi auseinander gesetzt, freiwillig simple kleine Programme geschrieben und fleißig im Forum gefragt, weil ich aus der Delphihilfe oft nicht schlau werden
Letzt Woche haben wir die Noten für Infomatik im Halbjahreszeugnis bekommen, und ich habe sogar eine 1 *freu*. Für den Rest der Klasse bin jetzt netürlich der Nerd.
Jetzt steht zum 5. Februar die Wahl der Abiturprüfungsfächer an. Bei uns in Niedersachsen geht das so, dass man sich für einen Weg (musisch, sprachlich, naturwissenschaftlich oder gesellschaftswissenschaftlich) entscheiden muss, wobei man jedoch seine Fächer bis auf Vorlagen selber bestimmten kann. Ich habe mich für den naturwissenschaftlichen entscheiden, weil für mich sonst nur gesellschaftswissenschaftlich in Frage gekommen wäre, und das P1-Pflichtfach Geschichte gewesen wäre, darauf habe ich keine Lust. Wen es interessiert, so sieht mein vorraussichtlicher Plan aus:
P1: Bio
P2: Mathe
P3: Englisch
P4: Politik/Reli (noch nicht entschieden)
P5: Informatik
P1-P4 sind schriftlich, P5 mündlich. Wer sich jetzt fragt: Informatik - mündlich? Was zum...?
Unsere Schule bietet Informatik nur als mündlich an.
Nun hab ich jedoch ein paar Probleme:
1. Unsere Schule bietet 3 Informatiklehrer an: Unser momentaner ist für mich der beste, der zweite ist okay, kann gut erklären, ist aber unfair und streng (Schulleiter!), der dritte - kein Kommentar. Kein Plan, keine Kompetenz, kann nicht erklären (da er ja auch nix kann), einfach schrecklich.
Die Chance steht also 1 : 3, dass ich in der Oberstufe den doofen Lehrer bekomme.
2. In unser Klasse bin ich bis jetzt den einzige, der Informatik als P-Fach wählt. Aus der Parallelklasse weiß ich bisher auch erst von einem sicher, dass er Informatik gut kann und es wählt. Der hat große Vorkenntnisse, verdiehnt sich sein Geld mit webdesign und hat sich selber PHP beigebracht. Ich hab da so ein bisschen Angst, dass ich dann mit dem in einen Kurs komme und dadurch der Lehrer das Pensum anhebt, und ich nicht hinterherkomme bzw. schlechter bewertet werde, weil der andere sich halt die Einsen und Zweien beansprucht. Sollte ich etwa in dem nächsten halben Jahr PHP/HTML lernen?
3. Da ich im Moment Informatik echt klasse finde, könnte ich mir glatt vorstellen, später etwas in dem Bereich zu machen oder es vllt. zu studieren. In einem anderen Forum wurde mir gesagt, dass ich da mit Delphi versagen werde, weil C++ oder C# vorrausgesetzt werden. Hat ja jemand Erfahrungen?
Nun brauche ich euren Rat: Sollte ich jetzt Informatik als Abifach wählen, weil es mir Spaß macht, oder wegen der "Risiken" etwas anderes wählen?
Mein Fachlehrer meinte, der Stoff der Oberstufe wird aus Datenbanken, MySQL und rekursiver Programmierung etc. bestehen. Wird das sehr hart ohne privates Vorwissen?
Ich bin dankbar für jeden, der sich das alles durchliest und mir helfen möchte 
|
|
Gausi
      
Beiträge: 8554
Erhaltene Danke: 481
Windows 7, Windows 10
D7 PE, Delphi XE3 Prof, Delphi 10.3 CE
|
Verfasst: Mi 20.01.10 17:10
Zum Studium und programmieren:
Wenn du Informatik studieren willst, solltest du dich ganz schnell von der Vorstellung verabschieden, dass da nur programmiert wird. Informatik ist weit mehr als "programmieren". Welche Sprache dann an der Uni verwendet wird oder werden soll, ist unterschiedlich und eigentlich egal. Einige setzen auf C/C++, andere auf Java, andere vielleicht auch C#. Delphi oder Pascal ist da afaik eher weniger verbreitet.
"Versagen" wirst du mit Delphi im Info-Studium aber nicht. Ich weiß von hier, dass ein großer Teil der Info-Erstsemester noch gar keine Programmiererfahrungen hat. Da wird dann erstmal brav Bubblesort und die ggt-Berechnung implementiert  .
_________________ We are, we were and will not be.
|
|
max1235
      
Beiträge: 37
win 98 (aber so gut wie nie dran), win xp, win vista, xandros
delphi(delphi3+7), c#(MV), c++(codeblocks;noch ganz am Anfang vom Lernen)
|
Verfasst: Mi 20.01.10 17:14
Bin Gausis Meinung.
Ich bin jetzt in der 9. Klasse und mache gerade ein Praktikum in einer Firma, die mit Delphi arbeitet. Ich denke wenn man Delphi kann, ist es nicht so schwer auch andere Sprachen zu lernen, weil man ja das "Grundgerüst" kennt. 
|
|
ALF
      
Beiträge: 1085
Erhaltene Danke: 53
WinXP, Win7, Win10
Delphi 7 Enterprise, XE
|
Verfasst: Mi 20.01.10 17:34
Zwei Tipps von mir.
1. Wenn es Dir Spass macht und du darin Deine weitere Zukunft sehen willst!? Dann bleibe dabei.
Musst dich aber zu Hause damit beschäftigen. (Nur Schule oder Studium reicht nicht) siehe @Gausi Antwort
2. Wenn es Dir Spass macht und du dies als Hobby siehst aber nicht Deine Zukunft!? Dann lass es.
Betreibe dies dann als Hobby.
Eine Entscheidung fürs Leben. Niemand kann sie Dir abnehmen. Es ist Dein Leben!
Du siehst, Egal was für Antworten kommen werden, entscheiden musst Du immer selbst!
Und dies ist verdammt schwer!
Gruss Alf
_________________ Wenn jeder alles kann oder wüsste und keiner hätt' ne Frage mehr, omg, währe dieses Forum leer!
|
|
theevilworm 
      
Beiträge: 61
|
Verfasst: Mi 20.01.10 17:36
| Zitat: |
Wenn du Informatik studieren willst, solltest du dich ganz schnell von der Vorstellung verabschieden, dass da nur programmiert wird. Informatik ist weit mehr als "programmieren".
|
Stimmt, da hatte ich mir vor ein paar Monaten mal bei einem Bekannten meines Vaters, dessen Sohn Informatik studiert, informiert. Der meinte, Informatik hätte auch sehr viel mit Mathematik zu tun.
Das finde ich nicht schlimm, da ich Mathe auch gerne mag und auch mit Zahlen hantieren kann und mag
Mir bringt im Unterricht auch der theoretische Teil Spaß! Ich bastel gerne Struktogramme für ein neues Problem. Das finde ich ja so klasse an der Informatik, abgesehen von der Programmierarbeit an sich, dass man Wege finden muss, ein Problem zu lösen (z.B. was muss ich abfragen, wann muss ich das, welche Bedingungen müssen erfüllt sein?).
Den ggT haben wir schon einmal im Unterricht durchgenommen, da haben wir allerdings ein kompliziertes Struktogramm vom Lehrer bekommen und sollte einen Schreibtischtest damit machen (kennt ihr das?). Ich hatte damals als Funktion "berechnet den zweitkleinsten Teiler" angegeben, hatte wohl ein Brett vorm Kopf *g*.
|
|
Gausi
      
Beiträge: 8554
Erhaltene Danke: 481
Windows 7, Windows 10
D7 PE, Delphi XE3 Prof, Delphi 10.3 CE
|
Verfasst: Mi 20.01.10 17:51
theevilworm hat folgendes geschrieben : | | Das finde ich ja so klasse an der Informatik, abgesehen von der Programmierarbeit an sich, dass man Wege finden muss, ein Problem zu lösen |
Das kann aber auch manchmal recht abstrakt werden  . Gängige "Probleme" in der Informatik sind z.B. auch: Kann man dieses oder jenes Problem überhaupt effizient lösen? Und wenn nein: Beweisen! (Also das Problem ist, zu beweisen, dass ein Problem nicht effizient lösbar ist).
Oder Fragen wie "Ist dieses Problem schwerer zu lösen als ein anderes, oder ist es genauso schwer?".
Und das kann manchmal auch komisch werden. Mir wurde in einer Prüfung zu Komplexitäts-Theorie mal eine Zusatz-Frage gestellt, die dann über die Note der Prüfung entscheiden würde (der Prof hat zu dem Zeitpunkt noch zwischen zwei Noten geschwankt).
Meine Antwort war nach etwas Überlegen: "Das weiß ich nicht" - und ich hab die bessere Note bekommen. 
_________________ We are, we were and will not be.
|
|
Hidden
      
Beiträge: 2242
Erhaltene Danke: 55
Win10
VS Code, Delphi 2010 Prof.
|
Verfasst: Mi 20.01.10 18:03
Hallo,
Ich habe vor 2,5 Jahren Informatik in die Oberstufe gewählt, und hatte auch noch keine Vorkenntnisse. Ein halbes Jahr später habe ich mich dann hier im Forum eingeschrieben, und habe im Prinzip hauptsächlich aus den Problemstellungen anderer gelernt.
Für mich ist das jetzt auf 4x15p herausgelaufen, das ist aber glaube ich sehr stark lehrerabhängig(von den Naturwissenschaften wohl das lehrerabhängigste). Ein "schlechter" Lehrer muss aber nicht unbedingt schlecht sein; meiner fragt mich z.B. regelmäßig, wie jetzt die und die Api-Methode heißt und, was der Zeichencode für Cash und Return war. Und das wirkt doch recht notenfestigend, wenn er dann wegen dir den Faden nicht verliert, obwohl sein Unterricht nicht vorbereitet war.
Meiner Erfahrung nach läuft also zumindest Informatik +Forumaktivität ganz gut(ich kann mir nach 2 Forumsjahren auch kein Problem mehr vorstellen, mit dem man mich in einer Prüfung an die Wand nageln könnte).
Wir würden uns jedenfalls mit Sicherheit freuen, dich hier bald öfter begrüßen zu dürfen
mfG,
_________________ Centaur spears can block many spells, but no one tries to block if they see that the spell is a certain shade of green. For this purpose it is useful to know some green stunning hexes. (HPMoR)
|
|
Bergmann89
      
Beiträge: 1742
Erhaltene Danke: 72
Win7 x64, Ubuntu 11.10
Delphi 7 Personal, Lazarus/FPC 2.2.4, C, C++, C# (Visual Studio 2010), PHP, Java (Netbeans, Eclipse)
|
Verfasst: Mi 20.01.10 18:18
Hey,
ich studier grad Info an ner FH (3. Semester). Un bei mir war das Ganze ähnlich. Ich hatte riesen Spaß an Proggn, Mathe un allen anderen Naturwissenschaften, also hab ich mir gedacht ich studier Info un geh später ma als Softwareprogrammierer in irgend ne Firma.
Also bis jetzt hab ich gut durchgehalten, leider haben wir dieses Semester auch BWL un VWL mit den ich überhaupt nix am Hut habe. Ich kann dir nur an Herz legen guck dir genau an was du für Fächer hast un überleg dir ob du den gewachsen bist, sonst kanns sein das du rausfliegst un hast paar Jahre verschwendet. Wenn du willst kann ich dir den Plan mit den Fächern ja mal schicken.
Ein Satz von nem Prof. fällt mir grad noch ein: "Sie wollen Programmierer werden? Was wollen sie dann hier?". Also Informatik hat sogesehen erstmal nix mit Proggn zu tun (zumindest nicht nur). Eine Ausbildung zum Programmierer kann man auch als ganz normale Lehre machen. Ich hatte bis jetzt von 20 verschiedenen Fächern 2 in denen ich Programmieren musste. In den waren meine Vorkenntnisse aber sehr sehr hilfreich. Wie Gausi schon gesagt hat gehts auch wie in der Schule brav mit den Sortieralgos los^^ Die einzige Umstellung für mich war von Pascal auf Java. Aber an der Denkweiße des Programmierens hat sich nix geändert (und das ist ja auch das was für Anfänger das schwerste ist).
Ich hoffe ich konnte dir nen kleinen Einblick geben
MfG Bergmann
_________________ Ich weiß nicht viel, lern aber dafür umso schneller^^
|
|
dummzeuch
      
Beiträge: 593
Erhaltene Danke: 5
Delphi 5 ent, Delphi 6 bis Delphi XE8 pro
|
Verfasst: Mi 20.01.10 22:11
Punkt 1: Delphi in der Schule ist eine gute Voraussetzung fuer einen Beruf, der mit Programmierung zu tun hat, vorausgesetzt, man lernt Probleme zu loesen und objektorientierte Programmierung. Wenn es nur darum geht irgenwelche Spassprogramme zusammenzuklicken, bringt es nicht viel. Wenn man eine Programmiersprache beherrscht, ist es nicht so schwer, andere zu lernen, denn man hat die grundsaetzliche Denkweise und Struktur verstanden. (Ich habe mit einem primitiven Basic-Dialekt (Commodore Basic V2) angefangen und darauf aufbauend diverse Assembler, C, Pascal, Delphi, Visual Basic und noch ein paar weitere Sprachen gelernt.
Punkt 2: Ueberlege Dir gut, ob Du wirklich Informatik studieren willst. Es ist weit mehr als nur mit Computern rumbasteln. Ein grosser Anteil ist Mathematik und Theorie. Wenn Dir das nicht liegt, ist Informatik nichts fuer Dich.
Punkt 3: Als jemand, der seit Jahren als Softwareentwicker arbeitet, bin ich nicht sicher, ob ich Dir diese "Karriere" empfehlen kann. Es laeuft in der Regel auf lange Arbeitszeiten mit maessiger Bezahlung hinaus. Und haeufig genug ist man trotzdem der Depp, wenn irgendwas nicht so funktioniert wie gedacht. Spass an der Sache ist eine Voraussetzung, sonst gibt man das irgenwann auf.
Punkt 4: Ein guter Lehrer macht es generell einfacher, etwas zu lernen. Das gilt nicht nur fuer Informatik (so ein Schulfach gab es zu meiner Schulzeit noch gar nicht, ja ich bin ein alter Knacker ;-) ). Ein schlechter Lehrer bedeutet in der Regel, dass man sich den Stoff selbst beibringen muss. Man kann sich auch das noetige Wissen ausserhalb des Unterrichts beibringen, das hat evtl. sogar den Vorteil, dass einem kein Lehrer das Thema vermiesen kann. Vielleicht also doch lieber keinen Informatik-Unterricht sondern ein anderes Fach, das Dir liegt, und stattdessen irgendein Hobby in dieser Richtung? "Damals" gab es Computerclubs, in denen man sich mit gleichgesinnten getroffen hat. Keine Ahnung, ob es sowas heute noch in dieser Art gibt und wenn ja, ob da mehr passiert als nur zu spielen. Mir hat das damals sehr viel geholfen, weil auch die anderen sich intensiver mit Computerthemen beschaeftigen wollten, man sich also gegenseitig angespornt hat.
Punkt 5: Auch wenn das fuer Dich jetzt so aussehen mag: Deine Pruefungsfaecher sind noch keine Festlegung fuer Deine spaetere Berufslaufbahn. Auch ohne Informatikunterricht kann man Informatik studieren. Und Informatikunterricht muss auch nicht unbedingt ein Vorteil sein, wenn man Informatik studieren will, wenn der Unterricht nichts taugt.
|
|
|